vom 18. Juni 2015

Kein Frieren mehr im Winter

BAD RAPPENAU
Heizung im Salinencafe und am Kirchplatz wird für 168 000 Euro erneuert

 


Von Stefanie Pfäffle

 

 

In Zukunft dürfen sich Gäste des Salinencafés im Bad Rappenauer Kurpark auch im Winter über mollige Temperaturen freuen. Auch die Kunden des Geschäfts "1000 kleine Dinge" am Kirchplatz können sich sicher sein, dass sie keine Frostbeulen beim Einkauf davon tragen.

Der Technische Ausschuss der Kurstadt hat der Sanierung beider Heizungssysteme zugestimmt. Sie als nicht ganz taufrisch zu bezeichnen, ist für die Heizungs- und Lüftungsanlage in dem denkmalgeschützten Zweckbau, der das Salinencafé beheimatet, eine riesige Untertreibung. Die Bestandsaufnahme im Januar ergab ein klägliches Bild:

Thermostate und Motoren sind ohne Funktion, die Fußbodenheizung ist verschlammt und funktioniert gar nicht mehr, Pumpen und Schieber sind veraltet, Leitungen geben dank fehlender Isolierungen Wärme an den falschen Stellen ab. Haustechnisch wurde das Gebäude 1981 und zuletzt im Jahr 1995 saniert und ergänzt.

 




Das Salinencafé bekommt eine neue Heizungsanlage. Die Fußbodenheizung des denkmalgeschützten Baus
' ist verschlammt, Thermostate, Pumpen und Motoren sind veraltet.

Foto: Stefanie Pfäffle


Etat Zur Modernisierung soll weiterhin die Fernleitung genutzt werden. Die Kosten für die Sanierung belaufen sich auf knapp 68.000 Euro, die nicht im Haushaltsplan stehen. Oberbürgermeister Hans Heribert Blättgen erklärte, man könne die Summe jedoch im laufenden Etat verarbeiten. Ziel für Matthias Imhof, Geschäftsführer des Planungsbüros Mi-Consultec aus Sinsheim ist es, die Modernisierung bis Ende September umzusetzen, bevor die nächste Heizperiode anfängt. "Der Betrieb im Cafe kann dabeiuneingeschränkt weiter laufen", erklärt der Fachmann

 


Veraltet
Schon fast altertümlich mutet der Heizkessel im Gebäude Kirchplatz 24, Heimat des Geschäfts "1000 kleine Dinge", an. Er stammt aus den 1970er Jahren und könnte dementsprechend jederzeit seinen Geist aufgeben. "Der Kessel kommt an seine Grenzen", erläutert Imhof. Außerdem sei der Kamin laut Schornsteinfeger durch Rauchrückstände verunreinigt. Auch hier sind die Regler der Luftterhitzer ohne Funktion, der Wärmeverbrauch kann nicht kontrolliert werden, Thermostate, Stell- und Regelmotoren funktionieren ebenfalls nicht. Trotzdem rät er dazu, noch einen Winter durchzuhalten. "Das Gebäude soll voraussichtlich Anfang 2016 mit Fernwärme versorgt werden, das würde wesentlich geringere Investitionskosten bedeutet." Alles neu zu machen würde rund 82.000 Euro kosten, mit einem Fernwärmeanschluss wären es rund 20.000 Euro weniger. Sollte der Kessel doch früher schlapp machen, rät Imhof zu einem Hotmobil als dezentralem Wärmeversorger. Zusätzlich muss der Brandschutz in dem Gebäude für weitere 35.000 Euro erneuert werden. Es fehlen Rettungswege, beleuchtete Beschilderung, Feuerschutztüren und funkvernetzte Rauchmelder. Auch diese Mittel sind nicht im Haushalt eingeplant. Beide Maßnahmen wurden trotzdem einstimmig vom Technischen Ausschuss abgesegnet.